Businessplan-Strukturen
Beispiele für Businessplanstrukturen
Je nach Kreditgeber können die Businessplanstrukturen variieren. Beispielhaft finden Sie im Folgenden unterschiedliche Businessplanstrukturen.
Angelehnt an die Anforderungen der Sparkassen
1 SPARKASSE Businessplan für Finanzgeber
Anforderungen von Sparkassen an den Businessplan
Quelle: Sparkasse - 8 Schritte zum Businessplan
2 KfW MITTELSTANDSBANK Businessplan für "Förderbanken"
Anforderungen der KfW Mittelstandsbank an den Businessplan
Quelle: www.kfw.de
3 BMWi Businessplan
Anforderungen lt. BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
Quelle: www.existenzgruender.de
4 Weitere Strukturen
Mögliche Inhalte eines Businessplans und allgemeine Tipps
Das unternehmerische Vorhaben, Ziele und die Zukunftsplanung
An dieser Stelle wird die Geschäftsidee im Businessplan akkurat und gut verständlich erläutert und versuchen, dem Geldgeber diese schmackhaft zu machen. Hier sollte sich kurz gefasst werden und dem Leser eine klare Erläuterung geboten werden. Es sind alle Ziele, die das Unternehmen in naher Zukunft erreichen soll.
Stecken Sie diese allerdings nicht zu hoch, denn sie müssen realisierbar sein.
Dienstleistung bzw. Erzeugnis
In diesem Kapitel des Businessplans wird die Dienstleistung oder das Erzeugnis in allen Einzelheiten geschildert, das offerieren werden soll. Selbstverständlich sollte die gute Qualität des Produktes/Dienstleistung im Vordergrund stehen und für den Abnehmer einen besseren Nutzen, als das der Konkurrenten, abwerfen. Sollte das Produkt (oder die Dienstleistung) neuwertig sein, muss genauestens geschildert werden warum Sie denken, dass es sich auf dem Markt bewähren wird. Anschließend sollte erläutert werden, wie das Produkt hergestellt bzw. die Dienstleistung erbracht wird.
Schreiben Sie alle dafür benötigten Dinge (Maschinen etc.) auf. Sollte Ihr Erzeugnis noch in der Anfangsphase der Entstehung sein, so notieren Sie das geplante Fertigungsdatum.
Absatzgebiet und Wettbewerb
Mit Hilfe einer präzisen Marktanalyse, die im Rahmen der Unternehmenskonzeption erarbeitet wird, kann im Businessplan dargestellt werden, welche Kunden sich für die Dienstleistung / das Produkt, interessieren, wie sich der Markt entwickelt, welche Konkurrenten relevant sind. Es wird erläutert, welcher Kundenkreis mit dem Erzeugnis erreichen werden sollen. Bestandteile einer Marktsegmentierung können u.a. das Alter, das Einkommen oder die geographische Lage der Zielgruppen sein. Die Ergebnisse aus diesen Betrachtungen beeinflussen den zu erwartenden Umsatz und die damit verbundenen Kosten.
Bei der Erstellung des Businessplans müssen mindestens die nächsten drei Jahre berücksichtigt werden und darin geschildert, welchen Umsatz das Produkt erzielen wird. Dazu wird bei der Planung die Entwicklung des Marktes und der Marktteilnehmer mit einbezogen.
Eine genau Aufführung des Umsatzes ist auch erforderlich. Hierbei sollte allerdings bedacht werden, wie viele Kunden erreicht werden können und welche Menge des Erzeugnisses verkauft werden können. Bei der Umsatzplanung können Absatzzahlen der Konkurrenz einen Anhalt bieten. In diesem Fall kann man sehen, ob die Umsatzzahlen einen realistischen Bezug haben. All dies wird in der Unternehmenskonzeption, also vor der Erstellung des Businessplans, strategisch und konzeptionell berücksichtigt.
Sprechen Sie die Investoren auf solche Vergleichszahlen an. Genaue Abwägungen mit der Konkurrenz sind auch sehr ausschlaggebend, da Sie darauf gefasst sein müssen nicht der einzige Anbieter auf dem Markt zu sein. Oft wird jedoch bei der Erstellung des Businessplans die Konkurrenz außen vor gelassen. Vor diesem Fehler können wir Sie nur ausdrücklich warnen. Ihr möglicher Geldgeber kann dies als fehlende Anzeichen der Marktkenntnisse beurteilen und demnach beschließen, Ihr Vorhaben nicht finanziell zu unterstützen.
Absatzforschung und Verkauf
Dieses Kapitel im Businessplan beschreibt, wie Produkte an "den Mann oder die Frau" gebracht werden können. Hierbei ist ein, im Vorfeld gut erarbeitetest Unternehmenskonzept bezüglich der Preis-, Verkaufs- und Kommunikationsstrategie, außerordentlich wichtig.
Dabei ist ein angemessener Verkaufspreis zu überlegen und auch zu bedenken, an in welchem Markt das Produkt sich durchsetzen muss.
Wenn Sie bei der Wahl des Verkaufspreis sind, berechnen Sie diesen nicht ausschließlich nach den anfallenden Kosten der Leistungserbringung, sondern richtigen Sie daran aus, was die Kunden bereit sind zu zahlen.
Vertriebsstrategie
In diesem Fall ist eine genaue Wiedergabe über die Vertriebskanäle des Produktes gefordert. Über welche Wege werden die potentiellen Käufer erreicht? Werden evtl. Vertriebspartner benötigt oder wird eine eigenen Vertriebsorganisation aufgebaut?
Da dieser Aspekt oft vernachlässigt wird, können sie mit einem aussagekräftigen Konzept - gerade in diesem Punkt - mögliche Investoren besser von Ihrem Vorhaben überzeugen.
Kommunikationspolitik
Hier wird eine präzise Erläuterung über mögliche Kommunikationsaktivtäten erwartet, mit denen das Produkt bekannt gemacht werden soll. Wo wird geworben, wer wird erreicht, wie lange wird geworben?
Auch dieser Aspekt wird oft vernachlässigt. Sie sollten ihn deshalb gut ausarbeiten. Denn wenn niemand Ihr Produkt kennt, kann es auch niemand kaufen.
Markteintrittsstrategie
Jeder Kapitalgeber möchte natürlich auch wissen, wie der Markteintritt erfolgt und ob mit Markteintrittsbarrieren zu rechnen ist.
Diese Frage sollten Sie vor allem bei neuartigen Angeboten gut durchdenken, da ein innovatives, noch nicht bekanntes Produkt leichter zu scheitern droht, als ein bereits bestehendes.
Unternehmer und Mitarbeiter/innen
In diesem Abschnitt des Businessplans ist es sehr bedeutsam sich und seine Angestellten, die eigenen und die fachlichen Kompetenzen der Mitarbeiter/innen genau darzustellen. Schließlich möchte kein Geldgeber in ein nicht kompetentes Team investieren.
Wenn Sie externe Ratgeber mit in Ihr Konzept einbinden, können Sie fehlende Kompetenzen ausgleichen.
Organisation
Nennenswert sind hier aufschlussreiche Angaben über die Aufbau- und Ablauforganisation, die im Businessplan dann knapp und präzise dargestellt werden.
Unabdingbar ist eine präzise Darstellung der Unternehmensform und die Begründung dafür, begleitet von einer Aufzählung möglicher, am Unternehmen beteiligter Teilhaber. Jeder Investor möchte wissen wer im Unternehmen für welchen Bereich zur Haftung gezogen werden kann. Angaben zum Handelsregistereintrag und dem Ort der Gewerbeanmeldung sind zudem auch erforderlich.
Fernerhin ist die Aufbauorganisation genau zu beschreiben d.h. welche Abteilungen gibt es im Betrieb, wer ist für was Verantwortlich, die Rangfolge des Teams und die Entscheidungswege.
Bei einer großen Anzahl von Mitarbeitern ist ein Organigramm sehr hilfreich. Hingegen kann man diese Darstellung auch weglassen, wenn man im vorangegangen Abschnitt die Verantwortlichkeiten der vereinzelten Teilhaber schon ausführlich wiedergegeben hat.
Die Ablauforganisation beinhaltet genaue Angaben bezüglich der Ausführung vom Einkauf bis hin zum Vertrieb eines Produkts oder einer Dienstleistung. Es ist nicht notwendig, alle im Unternehmen anfallenden Prozesse ausführlich darzustellen.
Auch in der Organisation können Sie externe Dienstleister einbinden, um Schwächen des Unternehmens zu minimieren.
Planung des unternehmerischen Vorhabens
Das Nonplusultra gerade bei einer Neugründung - aber auch bei jedem anderen unternehmerischen Vorhaben - ist, dass Ziele gesetzt werden, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden sollen. Diese strategische und konzeptionelle Arbeit wird in der Unternehmenskonzeption geleistet und im Businessplan eindeutig dargestellt. Eine Aufstellung von gut erreichbaren Endpunkten sollte hierbei an erster Stelle stehen.
Dazu gehören weiterhin der Produktions-, Personal- sowie auch ein Investitions- und Abschreibungsplan.
Der Produktionsplan bestimmt die zu erreichende Produktionsmenge. Der Personalplan beschreibt die für ein Unternehmen anfallenden Personalaufwände.
Bei der Investitions- und Abschreibungsplanung werden alle Investitionen aufgeführt und entschieden, nach welchem Kriterium diese abgeschrieben werden.
Positive Begebenheiten und Gefahren
In diesem Abschnitt des Businessplans sind die wesentlichen Chancen und Risiken, die den Erfolg des Unternehmens beeinflussen können, aufzuführen. Die Vorarbeit dafür erfolgt in der Unternehmenskonzeption. Hier werden die Stärken und Schwächen des Unternehmens mit den Entwicklungen des Marktes zusammengebracht.
Bedenken Sie, dass Sie für jede Gefahr, die Sie im Businessplan aufzeigen, auch einen Lösungsvorschlag benötigen.
Finanzplan
Zur Aufstellung einer Finanzplanung gehören die genau Vorhersage der zukünftigen Zahlungsströme und des voraussichtlichen Zahlungsmitteldefizites bzw. -überschusses.
Führen Sie eine sorgfältige Auswertung und Ermittlung der gegenläufigen Finanzierungs- und Anlagemöglichkeiten. Anschließend müssen Sie eine Entscheidung über die sinngemäßen Auswahlmöglichkeiten, unter Berücksichtigung der Unsicherheiten der Erwartungen, festlegen. Zudem führen Sie bei Bedarf eine abgeleitete Planvorgabe durch Kostenstellungen. Sie müssen Ihren Finanzplan genauestens kontrollieren und Planabweichungen durch einen Soll-Ist-Vergleich sowie eine Analyse der Abweichungsursachen bewältigen. Darauf folgend muss Ihr Plan vernunftgemäß an die realisierbaren Ist-Zahlen angepasst werden.
Wichtige Prinzipien eines solchen Finanzplans sind
- eine prägnante Übersichtlichkeit,
- Rekonstruierung,
- Anwendung des Bruttoprinzips (keine Saldierung von Ein- und Auszahlungen), Einheitlichkeit (Ermittlung jeglicher Zahlungsströme),
- Betragsgenauigkeit (akkurate Erfassung der visionären Zahlungsströme angefangen mit dem Höchsten),
- Pünktlichkeit (fehlerlose Ermittlung der Zahlungstermine),
- Anpassungsfähigkeit (Finanzplankorrekturen müssen ständig möglich sein), Vereinigung (finanzielle Ausgeglichenheit der Geschäftsidee als Ganzes muss sichergestellt sein),
- Wirtschaftlichkeit (Zusammenhang von Nutzen und Kosten der Finanzplanung).
Grundsteine eines Finanzplans
- Startvermögen an liquiden Mitteln
- abschnittsbezogene Ermittlung und Vergleichung der vorrausichtlichen Ein- und Auszahlungen.
- Zahlungsmittelbedarf/-überschuss
- benötigte Anpassungs- bzw. Ausgleichsmaßnahmen
Vorgehensweise zur Sicherung der Liquidität
- bezogen auf Einzahlung:
Zuerst die Einzahlung durchführen, dann die benötigten Dinge neu beschaffen. - bezogen auf die Auszahlung:
Versuchen Sie die Auszahlung aufzuschieben bzw. die Auszahlung zu vermeiden.
Gewinn- und Verlustrechnung
Eine Gewinn- und Verlustrechnung stellt den Erlös der Umsatzplanung im Markt und Wettbewerb allen Aufwendungen gegenüber. Die Differenz dieser Posten ist der ausgewiesene Gewinn oder Verlust. Somit stellt sich die Frage ob bei der GuV eine Minderung oder Mehrung des Reinvermögens zurück zu führen ist. Demnach gehört die GuV auch in den Finanzplan.
Beispiele einer GuV-Rechnung
| Umsatzerlöse + Bestandserhöhung an Fertigen Erzeugnissen - Bestandminderung an Fertigen Erzeugnissen = Gesamtleistung |
Güterentstehung |
| - Materialkosten - Personalkosten - Abschreibungen - restliche Fertigungskosten - Verwaltungs- und Vertriebskosten |
Güterverbrauch |
| = Betriebsergebnis | |
| +/- Zinserträge/- aufwendungen | (=Finanzergebnis) Güterentstehung/- verbrauch |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | |
| +/- a. o. Erträge/Auf | (= a.o. Ergebnis) Güterentstehung/-verbrauch |
| - Steuern | Gütererbrauch |
| = Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag |
Fernerhin gehört der Finanzmittelüberschuss der Periode der sogenannte Cash Flow auch in einen Finanzplan. Dieser wird wie folgt ermittelt: Einzahlungen - Auszahlungen = Cash flow
Es gibt 2 Möglichkeiten der Ermittlung:
- Jahresüberschuss
+ nicht zahlungswirksame Aufwendungen
- nicht zahlungswirksame Erträge
= Cash Flow - Jahresüberschuss/-fehlbetrag
+ Abschreibungen
+ Erhöhung von Rückstellungen
- Zuschreibungen
- Verminderung von Rückstellungen
= Cash Flow
Eine Cash Flow Ermittlung dient Ihnen zur besseren Darstellung der Innenfinanzierungskraft für Investitionen, Schuldentilgung und Aufrechterhaltung der Liquidität.
Zu einem langfristigen Finanzplan gehören der Kapitalbedarfsplan und der Kapitaldeckungsplan. Den Kapitalbedarfsplan umfassen die kapitalbindenden-, -
entziehenden, -freisetzenden, -zuführenden Maßnahmen. Den Kapitaldeckungsplan umfassen die ausgleichenden Dispositionen.